La mer gelée

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  Vous êtes des requins, certainement, mais si vous gouvernez le requin en vous, alors vous êtes anges ; car tout ange n'est rien d'autre qu'un requin bien gouverné.
 
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Simultané / Zeitgleich

 

Fritz Zorn: Mars

In der Rubrik Zeitgleich entstehen oft Konvergenzen zwischen Themen innerhalb der Zeitschrift und Dingen denen wir außerhalb begegnen. Dieses mal ist uns nicht nur ein Text in die Hände gefallen, der zur aktuellen Ausgabe Mein Körper hervorragend passt, sondern der bereits in einer früheren Ausgabe von Serge Meitinger angesprochen wurde: Fritz Zorn, damals als Sohn der Bankenstadt Zürich, diesmal explizit im Kampf um seine/n Seele/Körper.


"Niemand hat gerne Krebs, ich auch nicht. Aber mehr Bedeutung, als ihm zusteht, kann ich ihm auch nicht beimessen. Auch der Krebs, auch die Tatsache, dass ich jetzt an dieser Krankheit sterbe, ist für mich nicht die Hauptsache. Der Krebs ist nur die körperliche Illustration für meinen seelischen Zustand. Dass man Angst vor dem Tod hat und bedrückt ist, wenn man stirbt, halte ich für normal; und alles, was an mir normal ist, hat mir nie großen Kummer gemacht. Die Todesangst ist auch ein Gefühl, aber ein kleines und unbedeutendes im Vergleich zu den emotionalen Ausbrüchen, die mich wirklich quälen.
Der Haß und die Verzweiflung in mir hören nicht mehr auf. Sie sind wie ein Vulkan, der in mir explodiert und nie mehr erlöschen kann, solange ich noch lebe. Wenn ich nachts nicht schlafen kann und mich schweißgebadet ächzend und brüllend in meinem Bett herumwälze, wenn ich sinnlos schreiend in meiner Wohnung herumrenne und meine Zimmerwände anheule, dann ist dieser Vulkan tätig. Immer wieder erleide ich auch vor allem zwei bestimmte körperliche Sensationen. Oft ist mir, als ob man ein Schwert langsam durch meine Wirbelsäule bis zu den letzten Lendenwirbeln versenkte; und oft werde ich plötzlich am ganzen Körper vor Schmerzen geschüttelt. Das ist kein Schüttelfrost, das ist nicht die Hitze und nicht die Kälte, das ist nicht das Wetter und nicht das Frühaufstehen am Montagmorgen, das mich schüttelt. Das ist das unverhüllte, maskenlose Leid der Seele, das den Körper herumwirft in ohnmächtiger und hoffnungsloser Verzweiflung."



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